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ARIZONA CARDINALS

Die Geschichte der Arizona Cardinals

Die Arizona Cardinals sind die älteste kontinuierlich operierende professionelle Football-Franchise in den USA – gegründet 1898 als Morgan Athletic Club auf der South Side von Chicago. 1901 wurden sie zu den Racine Cardinals (benannt nach der Racine Avenue) und 1920 zu den Chicago Cardinals, als sie Gründungsmitglied der American Professional Football Association wurden, die 1922 zur NFL wurde. Der Name "Cardinals" stammt angeblich von den verblassten, dunkelroten Trikots, die der Gründer Chris O'Brien kaufte – er beschrieb die Farbe als "cardinal red" wie der Kardinalvogel. Die frühen Jahre waren von Kampf geprägt: Die Cardinals spielten im Schatten der dominanteren Chicago Bears im selben Markt. Trotzdem gewannen die Cardinals 1925 die NFL Championship (damals noch ohne Playoff-System) und 1947 erneut die Championship gegen die Philadelphia Eagles (28-21) – der letzte große Triumph für Jahrzehnte. Stars wie Quarterback Paul Christman und Running Back Charley Trippi prägten diese Ära. Die 1950er Jahre brachten jedoch drastischen Niedergang, und die Attendance in Chicago sank dramatisch.

1960 folgte der Umzug nach St. Louis – ein verzweifelter Versuch, die Franchise zu retten. Die St. Louis Cardinals spielten im Busch Stadium (später Busch Memorial Stadium) und hatten moderate Erfolge: In den 1970er Jahren unter Head Coach Don Coryell (der "Air Coryell" Offense-Erfinder) erreichten die Cardinals mehrere Playoff-Teilnahmen. Quarterback Jim Hart und die explosive Passing-Offense waren aufregend, aber ein Championship-Titel blieb unerreichbar. Die Defense mit Safety Larry Wilson (einer der härtesten Spieler seiner Ära, der mit gebrochenen Händen spielte) war respektiert. Trotz gelegentlicher Winning Seasons war die St. Louis-Ära von Inkonsistenz geprägt. Die 1980er Jahre waren katastrophal – von 1980 bis 1987 hatten die Cardinals nur eine Winning Season (1982). Die Attendance sank erneut, und Owner Bill Bidwill (Sohn des ursprünglichen Owners) plante einen weiteren Umzug. 1988 verlegte Bidwill die Franchise nach Phoenix, Arizona – ein kontroversierter Move, der St. Louis-Fans tief verletzte. Die Cardinals spielten zunächst im Sun Devil Stadium auf dem Arizona State University Campus in Tempe.

Die ersten Jahrzehnte in Arizona waren von anhaltender Erfolglosigkeit geprägt und machten die Cardinals zum Inbegriff von NFL-Mediokrität. Von 1988 bis 2007 – sage und schreibe 20 Saisons – erreichten die Cardinals nur einmal die Playoffs (1998 mit Jake Plummer). Es war eine der längsten Playoff-Durststrecken der NFL-Geschichte. Der Tiefpunkt kam in den frühen 2000er Jahren mit mehreren 5-11 und 4-12 Saisons. Die Franchise wurde als "cursed" betrachtet. 2006 wurde Dennis Green als Head Coach nach einer 5-11 Saison entlassen (berühmt für seine "They are who we thought they were"-Tirade nach einer Niederlage). Die Wende kam 2007 mit der Verpflichtung von Ken Whisenhunt als Head Coach und der Drafting von Safety Adrian Wilson sowie dem Trade für Quarterback Kurt Warner von den New York Giants. Warner, der bereits mit den St. Louis Rams Super Bowl-Champion geworden war, erlebte eine bemerkenswerte Renaissance. Mit Wide Receiver Larry Fitzgerald (Draft 2004) – einem der talentiertesten Receiver aller Zeiten – und der aggressiven Defense um Safety Adrian Wilson wurde das Team transformiert.

Die Saison 2008 markierte den unglaublichsten Turnaround in der Franchise-Geschichte: Mit einer 9-7 Regular Season Bilanz erreichten die Cardinals als Wild Card die Playoffs. Was folgte, war ein märchenhafter Playoff-Run: Sie besiegten die Atlanta Falcons (30-24), schockierten die Nr. 1 geseedeten Carolina Panthers (33-13), und gewannen das NFC Championship Game gegen die Philadelphia Eagles (32-25). Am 1. Februar 2009 standen die Cardinals im Super Bowl XLIII in Tampa gegen die Pittsburgh Steelers – der erste Super Bowl-Einzug in der 111-jährigen Franchise-Geschichte. Das Spiel war ein Epos: Larry Fitzgerald erzielte einen spektakulären 64-Yard Touchdown-Catch, der die Cardinals mit 23-20 in Führung brachte. Doch mit 35 Sekunden auf der Uhr führte Ben Roethlisberger einen dramatischen Drive, der mit Santonio Holmes' Touchdown-Catch in der Endzone endete – die Cardinals verloren 23-27 in einem herzzerreißenden Finish. Trotz der Niederlage war es der stolzeste Moment der Franchise-Geschichte. Fitzgerald hatte 127 Receiving Yards und 2 TDs im Super Bowl.

Die Jahre nach 2008 brachten weitere Playoff-Teilnahmen (2009, 2014, 2015), aber keinen weiteren Super Bowl-Run. Die Bruce Arians-Ära (2013-2017) brachte konstanten Erfolg mit Carson Palmer als Quarterback – 2015 erreichten die Cardinals mit 13-3 die beste Regular Season der Franchise-Geschichte, verloren aber im NFC Championship Game gegen die Carolina Panthers (15-49). Nach Fitzgerald's schrittweisem Rückzug (er spielte bis 2020 und ist die unangefochtene Franchise-Legende mit 17.492 Receiving Yards) folgte ein Rebuild. 2019 wurde Kyler Murray (Heisman-Winner) als Nr. 1 Pick gedraftet und Kliff Kingsbury als Head Coach verpflichtet – eine innovative Air Raid Offense. 2021 starteten die Cardinals 7-0 und schienen Super Bowl-Kandidaten, kollabrierten aber zu 11-6 und verloren in der Wild Card Round. Nach enttäuschenden Jahren wurde Kingsbury 2022 entlassen. 2023 und 2024 waren Rebuild-Jahre unter Jonathan Gannon. Mit Marvin Harrison Jr. (Nr. 4 Pick 2024, Sohn von Marvin Harrison) als neuem Star-Receiver und Kyler Murray's Rückkehr von Verletzung kämpfen die Cardinals 2025 mit einem 6-4 Record überraschend um Playoff-Kontention in der NFC West. Trotz nie gewonnenem Super Bowl-Titel bleiben die Cardinals mit ihrer reichen 127-jährigen Geschichte, Larry Fitzgerald's Vermächtnis und dem State Farm Stadium eine stolze Franchise mit unerschütterlichen Fans.

Erfolge & Meilensteine

0
Super Bowl Titel
Eine Super Bowl Teilnahme: XLIII (2008) - herzzerreißende 23-27 Niederlage
2
NFL Championships
1925 (Chicago Cardinals), 1947 (Chicago Cardinals) - Pre-Super Bowl Ära
7
Division Titel
1974, 1975, 2008, 2009, 2014, 2015, 2021 über drei Standorte
10
Playoff-Teilnahmen
Trotz langer Durststrecken insgesamt 10 Playoff-Saisons seit 1947

Franchise-Rekorde

  • Meiste Passing Yards
    Jim Hart - 34.639 Yards (1966-1983)
  • Meiste Touchdown-Pässe
    Jim Hart - 209 TDs (1966-1983)
  • Meiste Rushing Yards
    Ottis Anderson - 7.999 Yards (1979-1986)
  • Meiste Receiving Yards
    Larry Fitzgerald - 17.492 Yards (2004-2020) - Franchise-Legende
  • Meiste Receptions
    Larry Fitzgerald - 1.432 Catches (2004-2020) - zweitmeiste in NFL-Geschichte
  • Meiste Career Sacks
    Freddie Joe Nunn - 66.5 Sacks (1985-1993)

State Farm Stadium

Das State Farm Stadium (ehemals University of Phoenix Stadium 2006-2018) ist seit dem 12. August 2006 die innovative Heimat der Arizona Cardinals und gilt als eines der technologisch fortschrittlichsten Stadien der NFL. Das 455 Millionen Dollar teure Stadion in Glendale (westlich von Phoenix) wurde von Architekt Peter Eisenman entworfen und verfügt über zwei revolutionäre Features: ein vollständig versenkbares Dach und ein versenkbares Naturrasen-Spielfeld auf Schienen – das erste seiner Art in Nordamerika. Das Spielfeld, das 18,9 Millionen Pfund wiegt, kann in 75 Minuten komplett aus dem Stadion herausgefahren werden, um optimale Wachstumsbedingungen außerhalb zu ermöglichen – eine ingenieurtechnische Meisterleistung. Mit einer Kapazität von 63.400 Sitzplätzen (erweiterbar auf 72.200 bei Super Bowls) bietet es eine State-of-the-Art-Erfahrung. Das versenkbare Dach schützt vor der extremen Arizona-Hitze (oft über 110°F im Sommer) und ermöglicht Climate-Control, während es bei angenehmem Wetter geöffnet werden kann.

Das State Farm Stadium hat seit seiner Eröffnung eine beeindruckende Liste von Großveranstaltungen beherbergt: Super Bowl XLII (2008) – die Giants besiegten die ungeschlagenen Patriots 17-14 in einem der größten Upsets der NFL-Geschichte, Super Bowl XLIX (2015) – die Patriots besiegten die Seahawks 28-24 nach Malcolm Butlers Interception, und Super Bowl LVII (2023) – die Chiefs besiegten die Eagles 38-35. Das Stadion war auch Gastgeber der BCS National Championship Games 2007 und 2011, der College Football Playoff Championship 2016, zahlreicher internationaler Fußballspiele (Copa América 2016, Gold Cup), und WrestleMania-Events. Die technologische Ausstattung ist beeindruckend: massive Video-Boards, ein WiFi-System für über 70.000 Fans, und Premium-Club-Bereiche wie der "Loft Club" mit Panoramablick. Das markante Design mit seiner roten Fassade und den dramatischen Säulen macht es zum Wahrzeichen der West Valley. Das Stadion verfügt über 88 Luxury Suites und mehrere Club-Bereiche mit Restaurant-Qualität.

Das State Farm Stadium ist mehr als ein Football-Stadion – es ist eine Multi-Purpose-Venue: Es ist Heimat der Fiesta Bowl (College Football), war Austragungsort des NCAA Final Four 2017, und hostet regelmäßig Konzerte und Monster Truck Events. Die Atmosphäre am Spieltag ist einzigartig: Die "Red Sea" Fanbase füllt das Stadion in Cardinal Red, die "Big Red" Mascot unterhält die Menge, und das versenkbare Dach schafft eine kontrollierte, laute Umgebung. Bei heißen September-Spielen bleibt das Dach geschlossen und die Klimaanlage läuft – ein riesiger Home-Field-Advantage gegen Teams aus kälteren Klimazonen. Bei Herbst- und Winterspielen kann das Dach geöffnet werden für authentisches Outdoor-Football. Die Innovation des versenkbaren Naturrasens wurde später von anderen Stadien kopiert, aber State Farm Stadium war der Pionier. Mit seiner Kombination aus innovativer Technologie, flexiblem Design und der Hosting-History mehrerer Super Bowls ist das State Farm Stadium eine der eindrucksvollsten Venues der NFL und Symbol für Arizonas Wachstum als Sports-Destination.

Kapazität
63.400
Eröffnung
12. Aug. 2006
Spielfläche
Naturrasen (versenkbar)
Baukosten
$455 Mio.
  • Weltweit erstes Stadion mit vollständig versenkbarem Naturrasen-Spielfeld – 18,9 Millionen Pfund schwer, fährt auf Schienen in 75 Minuten heraus
  • Drei Super Bowls ausgerichtet: XLII (2008 - Giants Upset), XLIX (2015 - Butler Interception), LVII (2023 - Chiefs über Eagles)
  • Versenkbares Dach schützt vor extremer Arizona-Hitze (oft 110°F+) – Climate-Control schafft Home-Field-Advantage gegen Teams aus kälteren Regionen
  • Das versenkbare Rasen-System ermöglicht optimale Wachstumsbedingungen außerhalb des Stadions – Pionier-Innovation, später von anderen kopiert
  • College Football Playoff Championship Gastgeber (2016) und BCS National Championships (2007, 2011) – Premier College Football Venue
  • NCAA Final Four 2017 – eines der vielseitigsten Multi-Purpose-Stadien der USA mit Football, Basketball, Fußball, Konzerten
  • Markante rote Fassade und dramatische Säulen-Architektur von Peter Eisenman – Wahrzeichen der West Valley von Phoenix
  • 88 Luxury Suites und Premium-Clubs wie der "Loft Club" bieten Restaurant-Qualität und Panoramablick
  • Die "Red Sea" Fanbase schafft intensive Atmosphäre – besonders laut bei geschlossenem Dach mit Climate-Control
  • Copa América Centenario 2016 und Gold Cup Gastgeber – etablierte Arizona als internationale Fußball-Destination

Fun Facts

Die Cardinals sind die älteste kontinuierlich operierende professionelle Football-Franchise – gegründet 1898, älter als die NFL selbst (1920).
Super Bowl XLIII (2008) war herzzerreißend – Larry Fitzgerald's 64-Yard Touchdown brachte die Cardinals 23-20 in Führung, aber Santonio Holmes' Catch mit 35 Sekunden besiegelte die 23-27 Niederlage.
Larry Fitzgerald ist die unangefochtene Franchise-Legende – 17.492 Receiving Yards, 1.432 Catches (zweitmeiste in NFL-Geschichte), 17 Saisons in Arizona (2004-2020).
Die Cardinals haben drei Standorte durchlaufen – Chicago (1898-1959), St. Louis (1960-1987), Arizona (1988-heute) – eine der nomadischsten Franchises der NFL.
Von 1988 bis 2007 erreichten die Cardinals nur einmal die Playoffs (1998) – eine 19-Saisons-Durststrecke, eine der längsten in der NFL-Geschichte.
Kurt Warner erlebte mit den Cardinals seine zweite Super Bowl-Teilnahme – nach dem Titel mit den Rams (1999) führte er Arizona 2008 zum ersten Super Bowl der Franchise.
Marvin Harrison Jr. (Nr. 4 Pick 2024) ist der Sohn von Hall of Famer Marvin Harrison – die Cardinals hoffen, dass er die nächste Receiver-Legende wird wie Larry Fitzgerald.

Franchise-Legenden

Larry Fitzgerald
Wide Receiver (2004-2020)
Hall of Fame Bound, 11× Pro Bowl, #11 retired, 17.492 Receiving Yards, 1.432 Catches (2nd all-time), 121 TDs, Franchise-GOAT
Aeneas Williams
Cornerback/Safety (1991-2000)
Hall of Fame (2014), 8× Pro Bowl, #55 retired, 46 Interceptions, einer der besten Defensive Backs der 1990er
Dan Dierdorf
Offensive Tackle (1971-1983)
Hall of Fame (1996), 6× Pro Bowl, #72 retired (St. Louis Cardinals), einer der dominantesten O-Linemen der 1970er
Kurt Warner
Quarterback (2005-2009)
Hall of Fame (2017), 2× Pro Bowl als Cardinal, führte Cardinals zu Super Bowl XLIII, bemerkenswerte Renaissance nach Rams-Ära
Larry Wilson
Safety (1960-1972)
Hall of Fame (1978), 8× Pro Bowl, #8 retired, 52 Interceptions, spielte legendär mit gebrochenen Händen, St. Louis Cardinals Ikone
Patrick Peterson
Cornerback (2011-2020)
8× Pro Bowl, 3× First-Team All-Pro, 28 Interceptions als Cardinal, einer der besten Cover-Corners der 2010er Jahre
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