New England Patriots
Die Geschichte der New England Patriots
Die New England Patriots wurden am 22. November 1959 als Boston Patriots gegründet – eines der acht Charter-Mitglieder der neu gegründeten American Football League (AFL). Billy Sullivan Jr., ein Bostoner Geschäftsmann mit starkem Sport-Promotions-Hintergrund, sicherte sich das AFL-Franchise. Der Name "Patriots" wurde durch einen Contest von Boston-Sportjournalisten gewählt, passend zum New England Heritage. Die ersten Jahre waren von Stadion-Problemen geprägt: Die Patriots spielten 1960-1961 im Boston University Field, 1962 und 1970 in Harvard Stadium, und 1963-1969 im Fenway Park (Red Sox Baseball-Stadium). Das erste AFL-Spiel überhaupt fand am 9. September 1960 statt – die Patriots verloren 10-13 gegen die Denver Broncos. Die frühen AFL-Jahre waren durchwachsen, aber 1963 unter Head Coach Mike Holovak erreichten die Patriots das AFL Championship Game nach einem 26-8 Playoff-Sieg über Buffalo. Sie verloren jedoch 10-51 gegen die San Diego Chargers. Gino Cappelletti wurde zum AFL-Topscorer mit 1.100 Punkten (252 auf TD-Receptions), Running Back Jim Nance gewann 1966 und 1967 AFL Rushing Championships. Trotz der Erfolge blieben die Patriots ein instabiles Franchise ohne permanentes Zuhause.
1971 markierte einen Wendepunkt: Die Boston Patriots zogen nach Foxborough (25 Meilen südlich von Boston) ins neu gebaute Foxboro Stadium (60.764 Plätze) und wurden zu den New England Patriots umbenannt – ein bewusster Schritt zur regionalen Identität statt nur Boston. Das Foxboro Stadium war funktional, aber bei weitem nicht state-of-the-art. Die 1970er brachten erste Erfolge: 1976 unter Head Coach Chuck Fairbanks erreichten die Patriots mit 11-3 die Playoffs, verloren aber knapp gegen die Oakland Raiders. 1978 gewannen sie die AFC East Championship. Die 1980er brachten unter Head Coach Raymond Berry (1984-1989, 51-41 Bilanz) den ersten Super Bowl-Auftritt: Die Saison 1985 endete mit 11-5, die Patriots gewannen drei aufeinanderfolgende Road Playoff Games (historisch selten) und erreichten Super Bowl XX in New Orleans am 26. Januar 1986. Dort wurden sie jedoch 10-46 von den legendären Chicago Bears um Walter Payton und "The Fridge" dominiert – eine der brutalsten Super Bowl-Niederlagen aller Zeiten. Guard John Hannah, der 1991 als erster Patriot in die Hall of Fame gewählt wurde, spielte sein letztes Spiel in diesem Super Bowl.
Die frühen 1990er waren desaströs: Owner James Orthwein kaufte das Team 1992 und plante einen Umzug nach St. Louis. Doch 1994 kaufte lokaler Geschäftsmann Robert Kraft, der bereits das Foxboro Stadium besaß, die Patriots für 172 Millionen Dollar – er verhinderte den Umzug und sicherte die Patriots für New England. Kraft, selbst lebenslanger Fan, brachte Stabilität und Vision. 1993 hatte er bereits Bill Parcells als Head Coach verpflichtet, der das Team transformierte. 1994 drafteten die Patriots Quarterback Drew Bledsoe (Nr. 1-Overall-Pick), der zum Franchise-QB wurde. Die Saison 1996 unter Parcells brachte mit 11-5 den Durchbruch: Die Patriots erreichten Super Bowl XXXI in New Orleans am 26. Januar 1997 gegen die Green Bay Packers unter Brett Favre. Sie verloren 21-35, aber die Playoff-Appearance markierte den Beginn von drei aufeinanderfolgenden Playoff-Saisons – Franchise-Rekord zu der Zeit. Parcells verließ das Team jedoch nach der Saison kontrovers Richtung New York Jets, und nahm Running Back Curtis Martin mit. Die Patriots verpflichteten Pete Carroll als Head Coach (1997-1999), der 27-21 abschloss, aber 1999 nach einer 8-8 Saison entlassen wurde.
Die Ära, die alles veränderte, begann im Jahr 2000: Robert Kraft verpflichtete Bill Belichick als Head Coach – eine der bedeutendsten Entscheidungen der NFL-Geschichte. Belichick, ehemaliger Defensive Coordinator der New York Giants (zwei Super Bowl-Siege), hatte eine erfolgreiche, aber kontroverse Karriere als Browns Head Coach (1991-1995) hinter sich. Er verließ die Jets nach nur einem Tag als designierter Head Coach, um zu den Patriots zu gehen. Belichick brachte eine revolutionäre Philosophie: den "Patriot Way" – Disziplin, Teamwork über individuelle Stars, akribische Vorbereitung, Anpassungsfähigkeit, und Spieler-Austauschbarkeit ("No one is bigger than the team"). Im NFL Draft 2000 wählten die Patriots in der sechsten Runde (199. Pick) Quarterback Tom Brady aus Michigan – eine der größten Steal-Picks aller Zeiten. Die Saison 2000 endete 5-11, die letzte Losing Season bis 2020. 2001 änderte sich alles: In Week 2 gegen die Jets erlitt Drew Bledsoe nach einem Hit von Linebacker Mo Lewis eine lebensbedrohliche innere Blutung. Tom Brady, der unbekannte Backup, übernahm – und sollte nie wieder den Job abgeben. Brady führte die Patriots zu 11-3, gewann die AFC East, und erreichte die Playoffs als Wild Card.
Der Super Bowl XXXVI am 3. Februar 2002 in New Orleans ist legendär: Als 14-Punkt-Underdogs trafen die Patriots auf die "Greatest Show on Turf" St. Louis Rams (Kurt Warner, Marshall Faulk). In einem defensiven Kampf stand es 17-17 mit 1:21 verbleibend. Brady orchestrierte einen Drive über 53 Yards, Adam Vinatieri traf ein 48-Yard-Field Goal mit 0:00 auf der Uhr – Patriots gewinnen 20-17, den ersten Super Bowl-Titel der Franchise-Geschichte. Brady wurde Super Bowl MVP. Die Dynasty war geboren. Die Patriots verpassten 2002 die Playoffs (9-7), aber 2003 und 2004 folgten Back-to-Back-Championships: Super Bowl XXXVIII (2003 Season, 32-29 gegen Carolina Panthers mit Viantieres letztem Field Goal) und Super Bowl XXXIX (2004 Season, 24-21 gegen Philadelphia Eagles). Die Patriots waren die ersten seit den Cowboys (1992-1993), die Back-to-Back-Titel holten, und nur das zweite Team mit drei Titeln in vier Jahren. Die Defense mit Ty Law, Tedy Bruschi, Willie McGinest, Richard Seymour und später Rodney Harrison war dominant. Die Jahre 2005-2006 brachten Playoff-Enttäuschungen, aber 2007 wurde historisch.
Die Saison 2007 war beispiellos: Die Patriots gingen 16-0 in der Regular Season – das erste Team in der NFL-Geschichte mit perfekter 16-Game-Season (nur die 1972 Dolphins hatten eine perfekte 14-0-Season). Tom Brady warf NFL-Rekord 50 Touchdown-Pässe, Wide Receiver Randy Moss (Trade für einen Fourth-Round-Pick vor der Saison – Belichick-Genie) fing NFL-Rekord 23 TD-Catches. Die Offense war historisch dominant. In den Playoffs gewannen die Patriots gegen Jacksonville (31-20) und San Diego (21-12 im AFC Championship Game). Super Bowl XLII am 3. Februar 2008 in Arizona sollte die perfekte 19-0-Season krönen – stattdessen wurde es eine der größten Upsets der Sport-Geschichte. Die New York Giants (10-6 Wild Card) unter Eli Manning besiegten die Patriots 17-14. David Tyrees "Helmet Catch" und Mannings Scramble sind legendär. Die perfekte Season war zerstört. Die Saison wurde zusätzlich von "Spygate" überschattet: Im Week 1-Game gegen die Jets wurde ein Patriots-Mitarbeiter mit illegalen Videotapes der Jets-Sideline erwischt. Belichick wurde 500.000 Dollar Strafe auferlegt, das Team verlor einen First-Round-Pick 2008. Trotz der Kontroverse blieben die Patriots dominant.
Die 2010er brachten weitere Erfolge: 2011 erreichten die Patriots Super Bowl XLVI – wieder gegen die Giants, wieder eine 17-21 Niederlage mit einem late-game Manning-Drive. 2014 kehrten die Patriots zurück: Super Bowl XLIX in Arizona gegen die Seattle Seahawks endete mit einem dramatischen 28-24 Sieg – Malcolm Butlers Goal-Line-Interception in den letzten Sekunden rettete den Titel. Brady holte seinen dritten Super Bowl MVP. Die Saison wurde von "Deflategate" überschattet: Im AFC Championship Game gegen Indianapolis waren die Footballs der Patriots unterinflated. Brady wurde für vier Games 2016 suspended. 2016 erreichten die Patriots mit 14-2 Super Bowl LI – und schrieben Geschichte: Gegen die Atlanta Falcons lagen sie 3-28 im dritten Quarter zurück. Brady orchestrierte das größte Comeback der Super Bowl-Geschichte – 34-28 Overtime-Sieg, der erste Overtime-Super Bowl ever. Bradys fünfter Ring. 2017 verloren sie Super Bowl LII gegen die Eagles (33-41), aber 2018 gewannen sie Super Bowl LIII gegen die Rams 13-3 – das niedrigste Scoring-Super Bowl-Game aller Zeiten. Bradys sechster Ring, Belichicks sechster Titel (tied mit Pittsburgh Steelers für die meisten). Die Dynasty endete 2019: Die Patriots verloren in der Wild Card Round gegen die Titans.
Im März 2020 verließ Tom Brady nach 20 Jahren die Patriots und wechselte zu den Tampa Bay Buccaneers (wo er sofort Super Bowl LV gewann). Belichick verpflichtete Cam Newton als QB, doch 2020 endete mit 7-9 – erste Losing Season seit 2000. 2021 drafteten die Patriots Mac Jones (Alabama, Nr. 15-Pick) als QB, erreichten die Playoffs mit 10-7, verloren aber in der Wild Card Round gegen Buffalo. 2022 und 2023 waren enttäuschend: 8-9 (2022) und 4-13 (2023) – die schlechteste Saison seit 1992. Im Januar 2024 trennten sich die Patriots und Bill Belichick nach 24 Jahren (266-121 Regular Season Bilanz, 30 Playoff-Siege, sechs Super Bowl-Titel, neun AFC Championships, 17 Division Titles). Es war das Ende einer Ära. Die Patriots verpflichteten Jerod Mayo (ehemaliger Patriots-Linebacker, 2008 Defensive Rookie of the Year) als 15. Head Coach der Franchise-Geschichte – doch Mayo wurde nach nur einer Saison (4-13 in 2024) entlassen. Im Januar 2025 holten die Patriots Mike Vrabel – ehemaliger Patriots-Linebacker während der Dynasty-Jahre (2001-2008, drei Super Bowl-Ringe), später erfolgreicher Titans Head Coach (2018-2023). Vrabel brachte Josh McDaniels als Offensive Coordinator zurück. Die Saison 2025 wurde eine Sensation: Mit einem 9-2-Record führen die Patriots die AFC East an und haben die beste Bilanz der NFL (tied). Rookie-QB Drake Maye (Nr. 3-Overall-Pick 2025, North Carolina) hat sieben Spiele mit zwei+ TDs geworfen. Die Patriots gewannen acht Spiele in Folge – längste Streak seit 2019. Es ist das erste Jahr seit 1970 ohne einen Spieler, der einen Patriots-Super Bowl gewonnen hat. Vrabel hat die Patriots zurück zur Relevanz geführt.
Erfolge & Championships
Franchise-Rekorde
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Meiste Passing YardsTom Brady - 74.571 Yards (2000-2019) – GOAT, 6× Super Bowl Champion
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Meiste Touchdown-PässeTom Brady - 541 TDs (2000-2019) – dominiert alle Passing-Kategorien
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Meiste Rushing YardsSam Cunningham - 5.453 Yards (1973-1982) – Pre-Dynasty Running Back
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Meiste Receiving YardsRob Gronkowski - 9.286 Yards (2010-2018) – Greatest Tight End Ever, 3× Super Bowl
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Meiste ReceptionsWes Welker - 672 Catches (2007-2012) – Slot-Receiver-Revolution
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Meiste Career SacksAndre Tippett - 100.0 Sacks (1982-1993) – Hall of Fame Linebacker, 5× Pro Bowl
Gillette Stadium
Das Gillette Stadium ist seit dem 11. Mai 2002 die stolze Heimat der New England Patriots und eines der ikonischsten Stadien der NFL. Das 325 Millionen Dollar teure (von Robert Kraft privat finanziert!) Open-Air-Stadion liegt in Foxborough, Massachusetts, etwa 25 Meilen südlich von Boston und 20 Meilen nordöstlich von Providence, Rhode Island. Mit einer Kapazität von 65.878 Sitzplätzen (inklusive 5.876 Club Seats und 89 Luxury Suites) bietet es eine perfekte Balance zwischen Intimität und Größe. Das Stadion ersetzte das veraltete Foxboro Stadium (1971-2001) und markierte den Beginn der Patriots-Dynasty. Die erste offizielle Veranstaltung war ein New England Revolution Fußballspiel am 11. Mai 2002, aber die Grand Opening Ceremony fand am 9. September 2002 statt, als die Patriots ihr Super Bowl XXXVI Championship Banner vor einem Monday Night Football-Spiel gegen die Steelers enthüllten. Das Stadion wurde ursprünglich CMGI Field genannt, aber nach finanziellen Problemen von CMGI kaufte Gillette (später von Procter & Gamble übernommen) im August 2002 die Naming Rights. Der Deal läuft bis 2031.
Das Gillette Stadium zeichnet sich durch sein architektonisches Design aus: Alle Sitze sind auf die 50-Yard-Linie ausgerichtet für optimale Sichtlinien, das Lower Deck umschließt fast das gesamte Spielfeld, und ein Lighthouse-Motiv sowie eine Bridge am North Portal Plaza bringen New England-Flair. 2023 wurde eine 250 Millionen Dollar Renovation abgeschlossen – die dramatischste seit der Eröffnung. Highlights: Der neue 22-stöckige Gillette Stadium Lighthouse mit 360-Grad-Observation Deck (218 Fuß hoch, ganzjährig geöffnet), das größte Outdoor Curved-Radius Videoboard in den USA (22.000 Quadratfuß am North End, kombiniert mit dem South End Board sind es 3/4 Acre Videofläche!), der G-P Atrium (50.000 Quadratfuß Function Space mit Blick aufs Spielfeld), und das neu gestaltete Plaza mit dem Ticketmaster Entry Canopy, Bud Light Celebration Beer Hall, und Pepsi Grab & Go. Das Spielfeld war ursprünglich Naturrasen, wurde aber 2006 nach einem Regensturm zu FieldTurf gewechselt. Die Cross Insurance Clubs entlang beider Sidelinien bieten 120.000 Quadratfuß Indoor-Space. Adjacent zum Stadion liegt Patriot Place – ein Super Regional Lifestyle and Entertainment Center mit Shops, Restaurants, dem Hall at Patriot Place (30.000 Quadratfuß interaktive Patriots Hall of Fame), und CBS Scene (Restaurant mit Remote-Broadcasting).
Die Home-Field-Advantage im Gillette Stadium ist legendär: Seit der Eröffnung 2002 haben die Patriots eine .803 Home-Win-Percentage (49-12 durch 2009, seitdem noch besser) – die zweitbeste in der NFL-Geschichte seit 1970. Von Dezember 2002 bis Oktober 2005 gewannen die Patriots 21 Home Games in Folge – Franchise-Rekord. Seit 1994 (noch im alten Foxboro Stadium) ist jedes Patriots-Home-Game ausverkauft – über 30 Jahre Sellout-Streak, inklusive Preseason. Das Stadion hosted sechs Patriots-Super Bowl-Championship-Banner-Unveilings (2002, 2004, 2005, 2015, 2017, 2019) und zahlreiche AFC Championship Games. 2016 fand das NHL Winter Classic statt (Boston Bruins vs. Montreal Canadiens vor 67.000+ Fans). Das Stadion ist auch Heimat der New England Revolution (MLS) und gelegentlich der UMass Minutemen. Konzerte von Größen wie Rolling Stones, Kenny Chesney, Taylor Swift, Ed Sheeran (Rekord-Attendance 71.723 im Juli 2023) finden regelmäßig statt. Die Patriots-Fanbase ist eine der leidenschaftlichsten der NFL – "In Bill We Trust" war das Motto während der Dynasty. Mit der 2025-Renaissance unter Mike Vrabel kehrt die Dominanz zurück. Das Gillette Stadium ist das Symbol der Patriots-Ära der 2000er und 2010er – sechs Super Bowl-Banner hängen stolz, und ein siebter ist das Ziel.
- Von Robert Kraft privat finanziert – 325 Mio. Dollar, keine öffentlichen Gelder, um die Patriots in New England zu halten
- Seit 1994 ist jedes Home Game ausverkauft – über 30 Jahre Sellout-Streak, längste in der NFL zusammen mit Foxboro Stadium
- .803 Home-Win-Percentage seit 2002 – zweitbeste NFL-Home-Dominanz seit 1970, 21-Game Home Win Streak (2002-2005)
- 22-stöckiger Gillette Stadium Lighthouse (218 Fuß) mit 360-Grad-Observation Deck – ikonisches Wahrzeichen seit 2023
- Größtes Outdoor Curved-Radius Videoboard in den USA – 22.000 Quadratfuß North End Board, 3/4 Acre Video insgesamt
- 250 Mio. Dollar Renovation 2023 abgeschlossen – G-P Atrium, neue Bars, Concessions, 360-Grad-Connectivity
- Sechs Super Bowl Championship Banner (2002, 2004, 2005, 2015, 2017, 2019) – Symbol der Dynasty-Ära
- Patriot Place Shopping & Entertainment Complex – Hall at Patriot Place (interaktive Patriots Hall of Fame), CBS Scene
- Hosted 2016 NHL Winter Classic – Boston Bruins vs. Montreal Canadiens vor 67.000+ Fans, Eishockey-Spektakel
- Konzerte von Weltstars – Rolling Stones, Kenny Chesney, Taylor Swift, Ed Sheeran (Rekord 71.723 Attendance 2023)

