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WASHINGTON COMMANDERS

Die Geschichte der Washington Commanders

Die Washington Commanders, eine der ältesten Franchises der NFL, blicken auf eine bewegte Geschichte zurück, die 1932 mit ihrer Gründung als Boston Braves begann. Bereits 1933 wurden sie in Boston Redskins umbenannt, bevor das Team 1937 nach Washington D.C. umzog. Der Umzug erwies sich als wegweisend – im ersten Jahr in der Hauptstadt gewann das Team mit dem legendären Quarterback Sammy Baugh seine erste NFL-Meisterschaft. Baugh, einer der ersten großen Stars der NFL, revolutionierte die Passing-Offensive und prägte das Franchise über 16 Spielzeiten. Er war nicht nur Quarterback, sondern auch Punter und Defensive Back – ein wahres Multitalent, das 1942 zur zweiten Championship führte. Die burgundy-goldenen Farben und die stolze Tradition als eines der bekanntesten Teams der Liga wurden in dieser frühen Ära etabliert.

Nach den frühen Erfolgen folgte eine der längsten Durststrecken in der NFL-Geschichte. Von 1946 bis 1970 erreichte das Team nur viermal eine Winning Season und verpasste in diesen 25 Jahren jede Playoff-Teilnahme. Besonders dramatisch war die Periode von 1956 bis 1968, in der Washington keine einzige gewinnende Saison verzeichnete. Das Jahr 1961 markierte mit einer 1-12-1 Bilanz den absoluten Tiefpunkt. Dennoch gab es auch in dieser schwierigen Zeit Lichtblicke: Quarterback Sonny Jurgensen und Wide Receiver Bobby Mitchell, beide später Hall of Famers, begeisterten die Fans in den 1960er Jahren mit spektakulären Plays. Das legendäre RFK Stadium, das von 1961 bis 1996 die Heimat des Teams war, wurde trotz der sportlichen Misserfolge zum Symbol für die leidenschaftliche Fanbase.

Der Wendepunkt kam 1971 mit Head Coach George Allen, der das Team mit dem Motto "The Future is Now" zu sofortigen Erfolgen führte. Allen baute eine Veteranen-Mannschaft auf und erreichte 1972 den Super Bowl VII, wo man allerdings den unbesiegten Miami Dolphins unterlag. Doch die wahre goldene Ära begann 1981 mit der Ankunft von Joe Gibbs, dem vielleicht größten Coach in der Franchise-Geschichte. Gibbs etablierte eine dominante Offense rund um die legendäre Offensive Line "The Hogs" (Jeff Bostic, Russ Grimm, Joe Jacoby) und schuf ein System, das so flexibel war, dass es mit drei verschiedenen Quarterbacks drei Super Bowls gewann. Im Januar 1983 besiegte Washington die Miami Dolphins 27-17 im Super Bowl XVII, angeführt von Running Back John Riggins' legendärem 43-Yard-Touchdown-Run. Quarterback Joe Theismann und Wide Receiver Art Monk prägten diese Ära.

Die erfolgreichste Periode setzte sich fort: 1988 gewann Doug Williams als erster afroamerikanischer Quarterback einen Super Bowl, als er im Super Bowl XXII die Denver Broncos 42-10 demolierte – mit einer historischen zweiten Hälfte, in der Washington 35 Punkte in einem einzigen Quarter erzielte. Williams schrieb Geschichte und wurde zum Symbol für Wandel und Fortschritt. Der Höhepunkt kam 1991/92, als das Team mit einer 14-2 Regular Season Bilanz die beste Saison der Franchise-Geschichte spielte. Quarterback Mark Rypien führte das Team zum Super Bowl XXVI, wo man die Buffalo Bills 37-24 besiegte. Mit Spielern wie Cornerback Darrell Green, der für seine unglaubliche Geschwindigkeit und 20-jährige Karriere bekannt war, und einer der besten Defenses der Liga, etablierte Washington eine Dynastie.

Nach Joe Gibbs' Rücktritt 1993 begann eine lange Phase der Inkonsistenz. Verschiedene Coaches und kontroverse Besitzer-Entscheidungen unter Daniel Snyder (1999-2023) führten zu zwei Jahrzehnten mit nur sporadischen Playoff-Teilnahmen. 2020 erfolgte nach jahrelangem Druck die Umbenennung von Redskins in Washington Football Team, 2022 schließlich die Umbenennung in Commanders. Mit neuer Ownership unter Josh Harris (2023), einem neuen Stadion-Deal und der Verpflichtung von Rookie-Sensation Jayden Daniels, der das Team 2024 überraschend zum 12-5 Record und ins NFC Championship Game führte, kehrt die Hoffnung zurück. Die drei Super Bowl-Titel, fünf Championship Games und die reiche Tradition bleiben unvergessen, während das Franchise unter Head Coach Dan Quinn 2025 eine Neuausrichtung erlebt. Mit über 90 Jahren Geschichte und einer leidenschaftlichen Fanbase in der DMV-Region (DC, Maryland, Virginia) bleiben die Commanders ein stolzes Franchise auf dem Weg zurück zur Größe.

Erfolge & Auszeichnungen

3
Super Bowl Siege
Super Bowl XVII, XXII, XXVI (1983, 1988, 1992)
5
Super Bowl Teilnahmen
1972, 1982, 1983, 1987, 1991 (3-2 Bilanz)
5
NFL Championships
1937, 1942 (Pre-Super Bowl), plus 3 Super Bowls
15
Division Titel
1936-37, 1940, 1942-43, 1945, 1972, 1983-84, 1987, 1991, 1999, 2012, 2015, 2020

Franchise-Rekorde

  • Meiste Passing Yards
    Joe Theismann - 25.206 Yards (1974-1985)
  • Meiste Touchdown-Pässe
    Joe Theismann - 160 TDs (1974-1985)
  • Meiste Rushing Yards
    John Riggins - 7.472 Yards (1976-79, 1981-85)
  • Meiste Receiving Yards
    Art Monk - 12.026 Yards (1980-1993)
  • Meiste Receptions
    Art Monk - 888 Catches (1980-1993)
  • Meiste Career Sacks
    Ryan Kerrigan - 95.5 Sacks (2011-2020)

Northwest Stadium

Das Northwest Stadium in Landover, Maryland, ist seit 1997 die Heimat der Washington Commanders und ersetzte das legendäre RFK Stadium in Washington D.C. Ursprünglich als Jack Kent Cooke Stadium eröffnet, wurde es 1999 in FedExField umbenannt und trägt seit August 2024 den Namen Northwest Stadium nach einer Partnerschaft mit der Northwest Federal Credit Union. Mit ursprünglich über 80.000 Sitzplätzen war es eines der größten Stadien der NFL und erreichte 2004-2010 sogar eine Kapazität von 91.000 Plätzen. Über die Jahre wurde die Kapazität auf heute etwa 64.000 reduziert, um die Fan-Experience zu verbessern und moderne Premium-Bereiche zu schaffen.

Das Stadion liegt etwa 8 Kilometer östlich von Washington D.C. und ist über den Maryland Highway gut erreichbar. Die drei Ebenen des Stadions sind nach bedeutenden Persönlichkeiten benannt: Die Lower Bowl nach Hall of Fame Running Back Bobby Mitchell, die Club Level nach dreifachem Super Bowl Champion und Coach Joe Gibbs, und die Upper Level nach ehemaligem NFL Commissioner Pete Rozelle. Mit großen Video-Boards, zahlreichen Luxury Suites und Premium-Bereichen bietet das Stadion eine moderne Gameday-Experience. Die Commanders haben seit 1966 eine bemerkenswerte Ausverkaufs-Tradition, obwohl die jüngeren Jahre herausfordernd waren.

Trotz seiner Größe und Modernisierungen gilt Northwest Stadium als kontrovers unter Fans. Viele sehnen sich nach dem geliebten RFK Stadium zurück, das für seine einzigartige Atmosphäre bekannt war. Im April 2025 kündigte das Franchise unter Owner Josh Harris Pläne für ein neues Stadion am ehemaligen RFK-Gelände in Washington D.C. an, mit geplanter Eröffnung um 2030. Das Stadion war Austragungsort der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 1999, zahlreicher College Football Classics und großer Konzerte. Mit der Rückkehr nach D.C. soll die Verbindung zur Hauptstadt und zur stolzen Geschichte des Franchise wiederhergestellt werden.

Kapazität
64.000
Eröffnung
14. Sept. 1997
Spielfläche
Naturrasen
Standort
Landover, MD
  • Ursprünglich als Jack Kent Cooke Stadium zu Ehren des verstorbenen Eigentümers eröffnet, der das Projekt initiierte, aber dessen Fertigstellung nicht mehr erlebte
  • Von 2004-2010 mit 91.000 Plätzen das größte NFL-Stadion nach dem AT&T Stadium - setzte regelmäßig NFL-Zuschauerrekorde
  • Die drei Ebenen sind nach Team-Legenden benannt: Bobby Mitchell Level (Lower), Joe Gibbs Level (Club) und Pete Rozelle Level (Upper)
  • War Austragungsort der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 1999 und zahlreicher internationaler Fußballspiele
  • Beherbergt die legendäre Washington Commanders Marching Band, eine der wenigen NFL-Marching Bands, die seit 1937 existiert
  • Das Stadion wurde mehrfach umgebaut: Party Decks in den Endzonen, Luxury Suites und Premium-Bereiche wie der 1932 Club
  • Sitzplatz-Reduzierungen von 91.000 auf 64.000 (2010-2015) zur Verbesserung der Fan-Experience und Beseitigung obstruierter Sichtlinien
  • Gastgeber der jährlichen Prince George's Classic College Football Games zwischen historisch schwarzen Universities
  • Neues Stadion am RFK-Gelände in Washington D.C. geplant - Rückkehr in die Hauptstadt bis 2030 angestrebt
  • Verkehrssituation ist herausfordernd - das Stadion liegt in Vorort-Lage mit begrenztem ÖPNV-Anschluss (Metro Morgan Boulevard Station)

Fun Facts

Die Commanders sind eines der ältesten NFL-Franchises (gegründet 1932) und gehören zur exklusiven Gruppe der Original-Teams der Liga mit über 90 Jahren Geschichte.
Joe Gibbs gewann drei Super Bowls mit drei verschiedenen Quarterbacks (Joe Theismann, Doug Williams, Mark Rypien) - eine beispiellose Leistung, die seine Coaching-Genialität beweist.
Doug Williams war 1988 der erste afroamerikanische Quarterback, der einen Super Bowl gewann, und stellte dabei den Rekord für das beste Quarter in Super Bowl-Geschichte auf (35 Punkte im 2. Quarter).
"The Hogs" - die legendäre Offensive Line der 1980er Jahre um Jeff Bostic, Russ Grimm und Joe Jacoby - gilt als eine der besten O-Lines aller Zeiten und war Schlüssel zu allen drei Championships.
Darrell Green spielte 20 Saisons für das Franchise (1983-2002) und gilt als einer der schnellsten Spieler in der NFL-Geschichte - seine Nummer 28 wurde 2024 retired.
Die Commanders haben die einzigartige Geschichte mit vier verschiedenen Namen: Boston Braves (1932), Boston Redskins (1933-36), Washington Redskins (1937-2019), Washington Football Team (2020-21) und Washington Commanders (seit 2022).
Sammy Baugh, der erste große Star des Franchise, war gleichzeitig Quarterback, Punter und Defensive Back - ein wahrer "Triple Threat" und revolutionierte die Passing Offense in den 1930/40er Jahren.

Franchise-Legenden

Sammy Baugh
Quarterback/Punter/DB (1937-1952)
2× NFL Champion (1937, 1942), Hall of Fame (1963), #33 retired, revolutionierte die Passing-Offensive, 6× NFL Passing Leader
Joe Gibbs
Head Coach (1981-1992, 2004-2007)
3× Super Bowl Champion, Hall of Fame (1996), 154-94 Rekord, 3× NFL Coach of the Year, gewann mit 3 verschiedenen QBs
John Riggins
Running Back (1976-79, 1981-85)
Super Bowl XVII Champion & MVP, Hall of Fame (1992), #44 retired, legendärer 43-Yard TD Run im SB, "The Diesel"
Art Monk
Wide Receiver (1980-1993)
3× Super Bowl Champion, Hall of Fame (2008), #81 retired, 12.026 Receiving Yards, ehemaliger NFL Receptions Leader
Darrell Green
Cornerback (1983-2002)
2× Super Bowl Champion, 7× Pro Bowl, Hall of Fame (2008), #28 retired (2024), schnellster Spieler der NFL-Geschichte
Joe Theismann
Quarterback (1974-1985)
Super Bowl XVII Champion, NFL MVP (1983), 2× Pro Bowl, 25.206 Passing Yards, führte Team zu zwei SBs
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