Definition
Eine Two-Point-Conversion ist ein Spielzug im American Football, den ein Team unmittelbar nach einem Touchdown ausführen kann – als Alternative zum traditionellen Extra-Point-Kick (One-Point-Conversion). Ziel ist es, zwei zusätzliche Punkte zu erzielen, anstatt eines einzigen.
Ablauf
Nach einem Touchdown wird der Ball an der 2-Yard-Linie der gegnerischen Mannschaft platziert (NFL-Standard; die Markierung ist im Profi-Football durch einen kleinen Strich erkennbar). Von dort aus führt das punktende Team einen regulären Spielzug aus, um den Ball erneut über die gegnerische Goal Line zu bringen – ähnlich wie bei einem Touchdown.
Gelingt die Two-Point-Conversion: → Das Team erhält 2 zusätzliche Punkte (insgesamt also 8 Punkte inklusive Touchdown).
Misslingt der Versuch: → Es gibt keine Zusatzpunkte; das Team bleibt bei den 6 Punkten des Touchdowns.
In beiden Fällen erfolgt anschließend – sofern Spielzeit in der Halbzeit verbleibt – ein regulärer Kickoff.
Historische Hinweise
Bis 2014 befand sich die Scrimmage-Linie für den Extra-Point-Kick ebenfalls an der 2-Yard-Linie. Die neue Markierung für Two-Point-Conversions entspricht also der früheren Position des klassischen Extrapunkts.
Erfolgsquote
Die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Two-Point-Conversion liegt je nach Quelle zwischen 40 % und 55 %. Damit ist sie deutlich geringer als die nahezu automatische Verwertung eines Extra-Point-Kicks.
Dennoch kann sich eine Two-Point-Conversion strategisch lohnen, da der Erwartungswert (Punktedurchschnitt pro Versuch) bei höheren Erfolgsannahmen über dem des Extrapunkts liegen kann.
Typische Einsatzszenarien
Teams entscheiden sich häufig für eine Two-Point-Conversion, wenn:
- eine bestimmte Punktedifferenz ausgeglichen werden soll (z. B. um auf 3, 7 oder 8 Punkte Rückstand zu kommen),
- ein Sieg statt Überzeit (= Overtime) angestrebt wird,
- taktische Vorteile durch Momentum, Gegnerunsicherheiten oder Matchups bestehen,
- der Kicker verletzt oder unzuverlässig ist,
- Wettereinflüsse (Wind, Regen) das Kicken erschweren.
